(1) Die Werkstoff‑ und mechanischen Eigenschaften von Präzisionsgussteilen: Die verfahrenstechnischen Merkmale sowie die mechanischen Eigenschaften des Werkstoffs bestimmen im Wesentlichen die Art des Rohlings. So werden beispielsweise Gusseisenbauteile in Form von Gussbarren hergestellt; für Stahlteile mit einfacher Geometrie und geringen Anforderungen an die mechanischen Eigenschaften kommen üblicherweise Stabwerkstoffe zum Einsatz; bei wichtigen Stahlteilen sind Schmiedeteile vorzuziehen, um gute mechanische Eigenschaften zu erzielen; bei einfacher Formgebung ist Gussstahl zu verwenden. Handelt es sich um komplexere Werkstoffe mit nicht besonders hohen mechanischen Eigenschaften, können für Nichteisenmetallteile häufig Profile oder Barren eingesetzt werden.
(2) Die konstruktive Form und Abmessungen der Teile: Rohlinge großer, einfacher Bauteile werden meist im Sandgussverfahren oder durch Freiformschmieden hergestellt; Rohlinge komplexer Bauformen werden überwiegend gegossen; kleine Teile lassen sich formen oder pressen; für Stahlteile kommen hauptsächlich Schmiedeteile zum Einsatz. Ist der Durchmesser der Stufen nicht sehr groß, kann auf Stabwerkstoff zurückgegriffen werden; weichen die Abmessungen der einzelnen Stufen stark voneinander ab, sollte geschmiedet werden.
(3) Vorhandene Produktionsbedingungen: Bei der Auswahl des Rohlings sind die konkreten Produktionsvoraussetzungen zu berücksichtigen, etwa das tatsächliche Leistungsniveau und die Kapazität der Fertigung vor Ort sowie die Möglichkeit der Fremdvergabe; andernfalls wäre eine Umsetzung unrealistisch.
(4) Neue Technologien und Werkstoffe optimal nutzen: Zur Einsparung von Material und Energie sowie zur Steigerung der Zerspanungseffizienz sollten Gießverfahren und Werkstoffe wie Feinguss, Präzisionsschmieden, Kaltwalzen, Kaltfließpressen, Pulvermetallurgie, Profilstahl und technische Kunststoffe eingehend geprüft und berücksichtigt werden. Auf diese Weise lässt sich der Anteil der mechanischen Bearbeitung erheblich reduzieren – teilweise entfällt die Nachbearbeitung ganz. Die wirtschaftlichen Vorteile sind dabei äußerst bedeutend.